Energie
und Seele
Wissen & Impulse · Jahreskreis

Jul:
die Wintersonnwende

Im Dezember sind die Tage kurz und die Nächte lang. Am 21. Dezember 2026 erreichen wir die längste Nacht des Jahres, die Julnacht. Danach beginnt das Licht zurückzukehren. Zunächst kaum wahrnehmbar, werden die Tage wieder länger.

Hier erfährst du, was Jul bedeutet und wann die Wintersonnwende 2026 stattfindet. Ich verbinde diesen Wendepunkt mit Astrologie, Human Design und Tarot und erzähle dir, warum Frau Holle in den Thüringer Sagen zu dieser Zeit gehört. Zum Schluss teile ich mein persönliches Ritual und eine Tarotlegung mit dir.

Wintersonnwende
am 21. Dezember um 21:50 Uhr
Vollmond im Krebs
am 24. Dezember um 02:28 Uhr
Rauhnächte
ab dem Abend des 24. Dezember
Woher es kommt

Was Jul bedeutet

Zur Wintersonnwende erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel ihre niedrigste Mittagshöhe des Jahres. Wir erleben den kürzesten Tag und die längste Nacht. Anschließend steigt die Sonne mittags langsam wieder höher. Das lateinische Wort solstitium, „Sonnenstillstand“, beschreibt diesen scheinbaren Moment des Innehaltens: Rund um die Sonnenwende verändert sich die Höhe ihrer täglichen Bahn nur sehr wenig.

Der Name Jul geht auf vorchristliche Mittwinterfeste im germanischen und nordischen Raum zurück. In Skandinavien heißt Weihnachten bis heute so. Im heutigen Jahreskreis wird Jul zur Wintersonnwende gefeiert. Es liegt Litha, der Sommersonnenwende, genau gegenüber: Dort erreicht das Licht seinen Höhepunkt, hier beginnt es erneut zu wachsen.

Die heutige Gestaltung des Festes ist vielfach jünger als sein Name. Für mich liegt seine Bedeutung darin, beides wahrzunehmen: die Dunkelheit, die noch da ist, und das Licht, das bereits zurückkehrt.

JANFEBMÄRAPRMAIJUNJULAUGSEPOKTNOVDEZWidderStierZwillingeKrebsLöweJungfrauWaageSkorpionSchützeSteinbockWassermannFischeDUNKELHELLJulJulWINTERSONNWENDE21. DezemberImbolcImbolcLICHTMESS1. FebruarOstaraOstaraTAGUNDNACHTGLEICHE20. MärzBeltaneBeltaneWALPURGISNACHT1. MaiLithaLithaSOMMERSONNENWENDE21. JuniLughnasadhLughnasadhERSTES ERNTEFEST1. AugustMabonMabonTAGUNDNACHTGLEICHE23. SeptemberSamhainSamhainDIE SCHWELLE31. Oktober
Samhain31. Oktober 2026nach dem Sonnenstand am 7. November, 10:52 Uhr

Der Übergang ins dunkle Halbjahr. Abschied, Erinnerung und der Blick auf das, was bleibt.

Mehr über Samhain
Jul · Wintersonnwende21. Dezember 2026, 21:50 Uhr

Die längste Nacht des Jahres. Um dieses Fest geht es auf dieser Seite.

Zu den Rauhnächten
Imbolc1. Februar 2027nach dem Sonnenstand am 4. Februar, 02:46 Uhr

Das Lichtfest mitten im Winter. Die Tage werden spürbar länger, und unter der Erde regt sich das erste Leben.

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Ostara · Frühlings-Tagundnachtgleiche20. März 2027, 21:25 Uhr

Tag und Nacht sind gleich lang. Der Frühling beginnt und mit ihm der Schwung für Neues.

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Beltane1. Mai 2027nach dem Sonnenstand am 5. Mai, 19:25 Uhr

Das Fest der Lebenskraft. Es liegt Samhain genau gegenüber und eröffnet die helle Hälfte des Jahres.

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Litha · Sommersonnenwende21. Juni 2027, 16:11 Uhr

Der längste Tag des Jahres. Das Licht steht auf seinem Höhepunkt.

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Lughnasadh1. August 2027nach dem Sonnenstand am 7. August, 19:27 Uhr

Das erste Erntefest. Zeit, auf das zu schauen, was gewachsen ist.

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Mabon · Herbst-Tagundnachtgleiche23. September 2027, 08:02 Uhr

Tag und Nacht sind wieder gleich lang. Das zweite Erntefest und der Beginn des Herbstes.

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Alle acht Feste im Überblick

Die Termine

Wann ist die Wintersonnwende 2026?

Die Wintersonnwende findet am 21. Dezember 2026 um 21:50 Uhr MEZ statt. In der tropischen Astrologie entspricht dieser Moment dem Eintritt der Sonne in den Steinbock. Du kannst Jul an diesem Abend begehen oder dir in den Tagen darum bewusst Zeit nehmen.

Am 24. Dezember folgt der Vollmond im Krebs. Am selben Abend beginnen nach der Zählweise, der ich folge, die Rauhnächte. Zwischen der Sonnenwende und dieser besonderen Zeit liegen nur wenige Tage. Für mich gehören sie zusammen: An Jul halte ich inne und schreibe meine Wünsche auf. Durch die Rauhnächte nehme ich sie mit.

Am Himmel

Im Moment der Wintersonnwende steht die Sonne am Beginn des Steinbocks, der zunehmende Mond in den letzten Graden des Stiers. In meiner astrologischen Lesart verbindet sich damit die Frage nach Halt und Verlässlichkeit: Was trägt mich? Was gibt mir Sicherheit? Und worauf möchte ich im kommenden Jahr aufbauen?

Am Himmel

Der Himmel zur Wintersonnwende

So steht der Himmel am 21. Dezember 2026 um 21:50 Uhr MEZ, von der Erde aus gesehen. Die Sonne erreicht 0 Grad Steinbock, ihren tiefsten Stand im Jahr. Ab jetzt werden die Tage wieder länger. Tippe einen Planeten an, dann siehst du sein Zeichen und sein Tor im Human Design.

Aus den Thüringer Sagen

Frau Holle und der Hörselberg

Zur dunklen Jahreszeit gehört in Thüringen auch Frau Holle. In den Deutschen Sagen der Brüder Grimm begegnet sie uns als Frau Holla, die zur Weihnachtszeit durch das Land zieht. Im Süden und auch in Ostthüringen kennt man sie als Perchta – nach ihr ist die Perchtennacht benannt.

Eine dieser Sagen erzählt von Mägden, die zu Weihnachten ihre mit Flachs bestückten Spinnrocken über Nacht stehen ließen. Frau Holla freute sich darüber und verhieß gute Jahre. Bis zum Dreikönigstag musste die Arbeit jedoch abgeschlossen oder der übrige Flachs entfernt sein. Dann kehrte sie in ihren Hörselberg zurück.

Der Hörselberg liegt bei Eisenach. In einer weiteren Sage erscheint er als Venusberg. Vor ihm sitzt der getreue Eckart und warnt die Menschen davor, hineinzugehen. Auch in der Erzählung aus dem thüringischen Schwarza begleitet er Frau Holla: Er geht ihrem Zug voraus und fordert die Menschen auf, aus dem Weg zu treten.

Diese Erzählungen verbinden Frau Holle mit den Nächten zwischen Weihnachten und Dreikönig. Für mich schlagen sie eine Brücke zwischen den Sagen meiner Heimat und meinen eigenen Ritualen. In der Perchtennacht vom 5. auf den 6. Januar, mit der ich meine Rauhnächte abschließe, schließt sich auch dieser Kreis.

Was Frau Holla sagt

„so manches Haar,
so manches gutes Jahr.“

So spricht sie in der Weihnacht, wenn sie den Rocken voller Flachs findet. Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Nr. 5

Quellen: Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Band 1 (1816), Nr. 5 „Frau Holla zieht umher“, Nr. 7 „Frau Holla und der treue Eckart“, Nr. 268 „Die wilde Berta kommt“ und Nr. 313 „Der getreu Eckhart“.

Human Design

Das Tor: Jul im Human Design

Rund um die Wintersonnwende steht die Sonne im Human Design in Tor 10 – im Jahr 2026 vom 20. bis zum 25. Dezember. Es trägt den Namen „Das Verhalten des Selbst“ und ist mit Selbstannahme und einem Leben verbunden, das der eigenen Natur entspricht.

Für mich berührt dieses Tor eine Frage, die gerade zum Jahresende Raum bekommen darf: Wie viel von dem, was ich tue, entspricht mir wirklich? Und wo habe ich mich so sehr an Erwartungen angepasst, dass meine eigenen Bedürfnisse kaum noch vorkommen?

20. bis 25. Dezember 2026

Tor 10: Das Verhalten des Selbst

Wo verhalte ich mich noch so, wie andere es von mir erwarten – und wie würde ich handeln, wenn ich mir selbst mehr vertrauen würde?

Ab 25. Dezember

Am 25. Dezember wechselt die Sonne in Tor 58, das mit Lebendigkeit und Lebensfreude verbunden ist.

Tarot

Die Karten: Jul im Tarot

Tarotkarte Der Teufel: Eine gehörnte Gestalt mit Fledermausflügeln hockt auf einem Sockel. Davor stehen ein Mann und eine Frau, beide angekettet. Doch die Ketten liegen locker um ihren Hals.
Steinbock

XV · Der Teufel – erkennen, was uns bindet

In der astrologischen Tarotzuordnung gehört der Teufel zum Steinbock. Ich lese ihn als Hinweis auf Bindungen, Gewohnheiten und Muster, die Einfluss auf unser Leben haben.

In der klassischen Bilddarstellung tragen die beiden Gestalten lockere Ketten. Dieses Detail lenkt meinen Blick auf den eigenen Handlungsspielraum: Wo halte ich an etwas fest, weil es vertraut ist? Welche Verpflichtung habe ich übernommen, ohne sie je wieder zu hinterfragen?

Für die längste Nacht nehme ich daraus die Frage mit:

Was bindet mich noch – und wo könnte ich beginnen, mich daraus zu lösen?

Tarotkarte Zwei der Münzen: Ein junger Mann mit hohem roten Hut jongliert mit zwei Münzen, die ein grünes Band in Form einer liegenden Acht verbindet. Hinter ihm schaukeln zwei Schiffe auf hohen Wellen.
1. Dekanat Steinbock · ab 21. Dezember

Zwei der Münzen – beweglich bleiben

Die Zwei der Münzen, in manchen Decks Zwei der Scheiben genannt, wird dem ersten Steinbock-Dekanat zugeordnet und passt damit zum Beginn der Steinbockzeit.

In der klassischen Darstellung jongliert eine Gestalt mit zwei Münzen, die ein Band in Form einer liegenden Acht verbindet. Dahinter bewegen sich Schiffe auf hohen Wellen. Für mich zeigt dieses Bild, dass Gleichgewicht immer wieder neu entsteht. Es braucht Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, auf Veränderungen zu reagieren.

Was braucht mehr Raum in meinem Leben – und was kann weniger werden?

Nach deinem Typ

Jul und dein Human-Design-Typ

Hanna · Generatorin

Generator

Lass dir am Abend der Wintersonnwende konkrete Fragen stellen, auf die dein Bauch mit Ja oder Nein reagieren kann: „Will ich das mit ins neue Jahr nehmen?“ Beobachte deine erste körperliche Reaktion. Mit emotionaler Autorität gib dir anschließend Zeit. Deine Klarheit darf über die Rauhnächte wachsen.

Jonas · Manifestierender Generator

Manifestierender Generator

Vielleicht hast du in diesem Jahr vieles begonnen, und manches davon bewegt dich inzwischen nicht mehr. Die längste Nacht ist ein guter Moment, liebevoll zu sortieren: Was möchtest du weiterverfolgen? Was darf enden? Du musst nicht alles mit ins neue Jahr nehmen.

Mira · Projektorin

Projektor

Die dunkle Zeit kann für dich eine Einladung sein, dich zu erholen und auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Wo hast du dich gesehen und geschätzt gefühlt? Wo hast du dich verausgabt? Was möchtest du daraus für das kommende Jahr mitnehmen?

Paul · Manifestor

Manifestor

Vielleicht spürst du bereits, was du im neuen Jahr anstoßen möchtest. Halte deine Impulse fest und gib dir Zeit, bevor du ins Handeln kommst. Wenn es so weit ist, informiere die Menschen, die von deinem Vorhaben berührt werden.

Greta · Reflektorin

Reflektor

Zwischen der Wintersonnwende und dem Ende der Rauhnächte liegen gut zwei Wochen. Halte fest, wie du Menschen, Orte und Stimmungen wahrnimmst. Schau zum Abschluss zurück: Was hat sich verändert, was zeigt sich wiederholt? Deine Beobachtungen dürfen danach weiterreifen. Für wichtige Entscheidungen kannst du dir einen ganzen Mondzyklus Zeit nehmen.

Mein Ritual

Mein Jul

Ich begehe die Wintersonnwende ruhig. Ich nehme mir Zeit für mich, lege die Karten und schreibe in mein Journal. Dabei schaue ich auf das vergangene Jahr und auf das, was mich noch beschäftigt.

An diesem Tag schreibe ich auch meine 13 Wünsche für das neue Jahr auf. Das ist meine persönliche Tradition. In jeder Rauhnacht verbrenne ich einen der gefalteten Wunschzettel, ohne ihn zu lesen. Ein Wunsch bleibt am Ende übrig. Für ihn übernehme ich selbst die Verantwortung und schaue, was ich zu seiner Erfüllung beitragen kann.

Wie ich dieses Ritual gestalte, erfährst du auf meiner Seite zu den Rauhnächten.

Diese Fragen begleiten mich an Jul
  • Was habe ich in den dunklen Phasen dieses Jahres über mich erfahren?
  • Wofür bin ich dankbar – auch in einem Jahr, in dem manches schwer war?
  • Woran halte ich noch fest, und was würde mir beim Loslassen helfen?
  • Welche Wünsche möchte ich mit ins neue Jahr nehmen?

Die Legung „Der Sonnenbogen“

Diese Legung führt dich vom Rückblick zu dem, was in dir wachsen möchte.

Lege fünf Karten in einem sanft ansteigenden Bogen von links unten nach rechts oben aus. Er steht für das Licht, das nach der längsten Nacht allmählich zurückkehrt. Die sechste Karte liegt etwas abseits rechts unten.

  1. 1

    Die längste Nacht

    Was hat mir die dunkle Zeit dieses Jahres über mich gezeigt?

  2. 2

    Was ich zurücklasse

    Was möchte ich nicht länger mit mir tragen?

  3. 3

    Der Funke

    Was beginnt in mir wieder zu leuchten?

  4. 4

    Das wachsende Licht

    Was möchte ich in den kommenden Monaten nähren?

  5. 5

    Was ich mir selbst erfülle

    Welchen Schritt kann ich selbst tun, damit ein Wunsch Wirklichkeit wird?

  6. 6

    Die Botschaft des Universums

    Was möchte mir das Universum für meinen weiteren Weg mitgeben?

Wenn du es einfach halten möchtest

Zieh eine einzige Karte für den Funken und frage dich: Was beginnt in mir wieder zu leuchten?

Du möchtest wissen, wie ich mit den Karten arbeite, oder hast noch kein eigenes Deck? Auf der Seite So arbeite ich mit Tarot erzähle ich davon, und du kannst dort drei Karten ziehen.

Weiter mit

Weiter durch die dunkle Zeit

Auf meiner Seite zu den Rauhnächten findest du Rituale und Fragen für die Nächte zwischen den Jahren. Das Jahreskreisrad führt dich zu den anderen Festen und ihren Themen.

Wenn du genauer auf deine eigene Lebensphase schauen möchtest, verbinde ich in meinen persönlichen Readings Astrologie und Human Design mit dem, was dich gerade beschäftigt.