Samhain:
die Schwelle ins
dunkle Halbjahr
Ende Oktober werden die Abende länger, die Bäume kahler und die Stunden draußen kostbarer. Vielleicht wächst auch in dir der Wunsch, dich zurückzuziehen und auf die vergangenen Monate zu schauen.
Samhain markiert diesen Übergang. Hier erfährst du, woher das Fest kommt und wann du es 2026 feiern kannst. Ich verbinde seinen Blick auf Abschied und Erinnerung mit Astrologie, Human Design und Tarot. Zum Schluss teile ich mein persönliches Ritual mit dir.
- Überliefert
- am Abend des 31. Oktober, 2026 ein Samstag
- Nach der Sonne
- am 7. November gegen 10:52 Uhr
- Zum Neumond
- am 9. November um 08:02 Uhr
Was Samhain ist
Samhain ist ein Fest der gälischen Tradition, besonders aus Irland bekannt. Es markierte den Beginn des Winters und wurde am 1. November gefeiert, wobei die Feierlichkeiten bereits am Vorabend begannen. Im Volksglauben war es eine Zeit, in der die Verstorbenen in die Häuser ihrer Familien zurückkehren konnten und die Anderswelt besonders nah erschien.
Was wir heute zu Samhain feiern, verbindet unterschiedliche historische Schichten: ältere Überlieferungen, christliche Gedenktage, regionales Brauchtum und moderne spirituelle Praxis. Auch Halloween ist mit dieser Geschichte verbunden.
Der heute verbreitete Jahreskreis mit acht Festen nahm dagegen erst im 20. Jahrhundert seine heutige Form an. Er verbindet unter anderem Samhain mit den Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen.
Für mich macht gerade dieses Weiterleben das Fest interessant. Samhain bietet einen Anlass, mich zu erinnern, Abschied bewusst wahrzunehmen und zu fragen, was mich durch die dunkle Jahreszeit tragen soll.
Der Übergang ins dunkle Halbjahr. Um dieses Fest geht es auf dieser Seite.
Die längste Nacht des Jahres. Danach kehrt das Licht langsam zurück, und bald beginnen die Rauhnächte.
Mehr über JulDas Lichtfest mitten im Winter. Die Tage werden spürbar länger, und unter der Erde regt sich das erste Leben.
Mehr über ImbolcTag und Nacht sind gleich lang. Der Frühling beginnt und mit ihm der Schwung für Neues.
Mehr über OstaraDas Fest der Lebenskraft. Es liegt Samhain genau gegenüber und eröffnet die helle Hälfte des Jahres.
Mehr über BeltaneDer längste Tag des Jahres. Das Licht steht auf seinem Höhepunkt.
Mehr über LithaDas erste Erntefest. Zeit, auf das zu schauen, was gewachsen ist.
Mehr über LughnasadhTag und Nacht sind wieder gleich lang. Das zweite Erntefest und der Beginn des Herbstes.
Mehr über MabonDer Hörselberg: der Berg der Seelen
Zu Samhain, wenn viele an ihre Verstorbenen denken, führt mich eine alte Sage zum Hörselberg bei Eisenach. Ludwig Bechstein erzählt in seinem „Deutschen Sagenbuch“ von 1853, wie der Berg zu seinem Namen gekommen sein soll: Aus seinem Inneren habe man „das Geschrei der Seelen“ gehört, vermischt mit dem Rauschen unterirdischer Wasser und dem Heulen des Windes. So sei aus ihm der Hörseelenberg geworden.
Eine weitere Sage erzählt von einer englischen Königin, die um ihren verstorbenen Mann trauerte. Im Traum erfuhr sie, dass seine Seele in einem Berg im fernen Thüringen leide. Sie überquerte das Meer, errichtete am Fuß des Hörselbergs eine Kapelle und betete dort, bis seine Seele Erlösung fand.
Ob der Name des Berges tatsächlich so entstanden ist, lässt sich nicht belegen. Mich berührt an diesen Geschichten die Verbindung zwischen Lebenden und Verstorbenen. Darin finde ich auch einen Gedanken von Samhain wieder: Wir erinnern uns an Menschen, die fehlen und uns weiterhin viel bedeuten. Hier beginnt meine Reise durch den Jahreskreis, auf der mir der Hörselberg mit seinen Geschichten immer wieder begegnet.
- Samhain
- Aus dem Berg hört man der Sage nach die Seelen.
- Jul
- Frau Holle zieht sich in ihren Berg zurück. Zur Jul-Seite
- Ostara
- Eisenach verabschiedet beim Sommergewinn den Winter. Zur Ostara-Seite
- Beltane
- Im Venusberg wohnt Frau Venus, und ein Stab beginnt zu blühen. Zur Beltane-Seite
Derselbe Berg, jedes Mal eine andere Geschichte.
Quelle: Ludwig Bechstein, Deutsches Sagenbuch (1853), Nr. 457 „Von dem Hörseelenberge“.
Wann ist Samhain 2026?
Der traditionelle Termin ist der Abend des 31. Oktober und der 1. November. Daneben gibt es heute Feierweisen, die sich an der Sonne oder am Mond orientieren.
31. Oktober
2026 fällt der 31. Oktober auf einen Samstag. Wenn du Samhain an seinem vertrauten Platz im Kalender begehen möchtest, ist dieser Abend dein Termin.
7. November
Beim sogenannten astronomischen Samhain orientiert man sich an der Sonne auf 15° Skorpion. Diese Position liegt auf dem Tierkreis genau zwischen der Herbst-Tagundnachtgleiche und der Wintersonnwende. Gemeint ist die Mitte des Winkelabstands, nicht exakt die Hälfte der verstrichenen Tage.
2026 erreicht die Sonne diese Position am 7. November gegen 10:52 Uhr MEZ.
9. November
Wenn du dein Samhain-Ritual am Mond ausrichten möchtest, kannst du den Neumond am 9. November um 08:02 Uhr MEZ wählen. Er steht im Skorpion. Das ist eine Möglichkeit, die Themen des Festes mit einem Neumondritual zu verbinden, kein allgemein verbindlicher Samhain-Termin.
Die Tage vom 7. bis 9. November verbinden damit zwei passende Anlässe für einen bewussten Rückzug. Du kannst aber ebenso am 31. Oktober feiern. Entscheidend ist, wann du dir tatsächlich Zeit dafür nehmen möchtest.
Samhain 2026 am Himmel
Am Abend des 31. Oktober steht die Sonne im Skorpion und der abnehmende Mond im Krebs. In meiner astrologischen Lesart verbindet das die Themen Wandel und Abschied mit Fragen nach Zugehörigkeit, Zuhause und Geborgenheit.
Am 1. November um 21:28 Uhr erreicht der Mond das letzte Viertel. Bis zum Neumond am 9. November nimmt er weiter ab. Diesen Abschnitt nutze ich gern zum Rückblick und zum Sortieren: Was beschäftigt mich noch? Was braucht Aufmerksamkeit? Was möchte ich nicht weiter mittragen?
Der Himmel zu Samhain
So steht der Himmel zum astronomischen Samhain am 7. November 2026 um 10:52 Uhr MEZ, von der Erde aus gesehen. Die Sonne steht auf 15 Grad Skorpion, genau zwischen Herbst-Tagundnachtgleiche und Wintersonnwende. Tippe einen Planeten an, dann siehst du sein Zeichen und sein Tor im Human Design.
Die Tore: Samhain im Human Design
Im Human Design ist der Tierkreis in 64 Abschnitte unterteilt, die den sogenannten Toren entsprechen. Die Position der Sonne wird dadurch mit einem bestimmten Thema verbunden. Rund um Samhain führt ihr Weg durch die Tore 28, 44 und 1.
Tor 28: Wofür lohnt sich mein Einsatz?
In den Tagen vor Samhain bewegt sich die Sonne durch Tor 28. Im Human Design steht es für die Suche nach Sinn und die Frage, welche Herausforderungen den eigenen Einsatz wert sind. Dazu gehört auch die Angst, dass das Leben ohne Bedeutung bleiben könnte.
Für deinen Rückblick kann daraus eine Frage entstehen:
Wofür habe ich meine Kraft eingesetzt – und was davon war mir wirklich wichtig?
Tor 44: Welche Muster erkenne ich wieder?
Um den 31. Oktober wechselt die Sonne in Tor 44. Sein Thema ist das instinktive Erkennen vertrauter Muster, besonders im Kontakt mit anderen Menschen. Dazu gehört im Human Design auch die Befürchtung, dass sich belastende Erfahrungen wiederholen könnten.
Für mich entsteht hier eine Verbindung zu Samhain: Welche Gewohnheiten, Erwartungen oder Vorstellungen habe ich aus meiner Familie übernommen? Was davon hilft mir heute – und was möchte ich anders weiterführen?
Tor 1: Was möchte durch mich Ausdruck finden?
Am 7. und 9. November steht die Sonne in Tor 1. Im Human Design wird es mit Kreativität und individuellem Selbstausdruck verbunden.
Nach dem Rückblick öffnet sich damit für mich eine weitere Frage:
Was möchte ich auf meine eigene Weise gestalten?
Ich lese diese Abfolge als Einladung, erst nach dem Sinn zu fragen, dann vertraute Muster anzuschauen und schließlich dem eigenen Ausdruck Raum zu geben. Die Verbindung mit Samhain ist meine persönliche Deutung.
Die Karten: Samhain im Tarot
In der astrologischen Zuordnung des Golden Dawn gehört zum Skorpion die Karte XIII – Der Tod. Auch die kleinen Arkana lassen sich einbeziehen. Jedes Tierkreiszeichen wird in drei Abschnitte von jeweils zehn Grad unterteilt, die sogenannten Dekanate. Dem Skorpion sind dabei die Fünf, Sechs und Sieben der Kelche zugeordnet. Für die hier genannten Termine sind die ersten beiden Karten relevant.
XIII – Der Tod
In meiner Arbeit steht sie für Abschied, Veränderung und Übergänge: Eine Lebensphase, eine Rolle oder eine vertraute Vorstellung kann zu Ende gehen, während das Neue noch keine klare Form hat.
Für Samhain ist das ein passendes Bild. Nicht jeder Abschied fühlt sich sofort befreiend an. Manchmal braucht es zunächst Zeit, um wahrzunehmen, was sich verändert hat.
Fünf der Kelche: dem Verlust Raum geben
Die Fünf der Kelche gehört zum ersten Skorpion-Dekanat und damit zum Sonnenstand am 31. Oktober.
In der bekannten Bildsprache sind drei Kelche umgestoßen, zwei stehen noch. Für mich hält die Karte beides nebeneinander: den Schmerz über das Verlorene und das, was weiterhin da ist.
Du musst dich nicht sofort dem Guten zuwenden. Vielleicht beginnt dein Ritual damit, ehrlich anzuerkennen, was dir fehlt.
Sechs der Kelche: erinnern, ohne alles zu verklären
Die Sechs der Kelche gehört zum zweiten Skorpion-Dekanat und damit zum Sonnenstand am 7. und 9. November. Erinnerung, Kindheit und vertraute Verbundenheit gehören zu ihren geläufigen Deutungen.
Für Samhain verbinde ich sie mit der Frage, was frühere Generationen und wichtige Menschen in meinem Leben hinterlassen haben: eine Fähigkeit, einen hilfreichen Satz, eine liebevolle Erinnerung.
Dabei muss nicht jede Erinnerung schön sein. Du kannst würdigen, was dich stärkt, und zugleich Abstand zu dem halten, was dich verletzt hat.
Die astrologischen Zuordnungen folgen der Tradition des Golden Dawn. Die Verbindung dieser Karten mit meinem Samhain-Ritual ist eine persönliche symbolische Lesart.
Samhain und dein Human-Design-Typ
Dein Typ kann dir einen Zugang zum Rückblick anbieten. Die folgenden Fragen sind Anregungen. Wenn daraus eine größere Entscheidung entsteht, gehört im Human Design auch deine individuelle Autorität dazu.
Generator
Lass dir konkrete Fragen stellen, etwa: „Möchte ich diesem Vorhaben weiterhin Zeit geben?“ Beobachte deine körperliche Reaktion, ohne eine Antwort erzwingen zu wollen. Mit emotionaler Autorität gehört dazu, Klarheit über die Zeit entstehen zu lassen. Ein fehlendes spontanes Ja ist noch kein endgültiges Nein.
Manifestierender Generator
Schau dir deine Vorhaben einzeln an: Was interessiert dich noch? Wo hat sich deine Richtung verändert? Samhain kann ein Anlass sein, Prioritäten neu zu betrachten. Du musst an diesem Abend weder alles abschließen noch eine endgültige Entscheidung treffen.
Projektor
Blicke auf die Begegnungen des Jahres: Wo wurde deine Sicht geschätzt? Wo hast du viel gegeben und wenig Resonanz erfahren? Nimm auch wahr, welche Kontakte dir guttun und nach welchen du besonders viel Ruhe brauchst.
Manifestor
Gib deinen eigenen Wünschen Raum: Was möchtest du anstoßen oder verändern? Welche Erwartungen anderer stehen dir dabei im Weg? Wenn aus einem Wunsch eine Entscheidung wird, berücksichtige deine Autorität und informiere die Menschen, die von deinem Handeln betroffen sind.
Reflektor
Halte fest, wie du Menschen, Orte und Situationen gerade erlebst. Kehre in den nächsten Wochen zu deinen Notizen zurück und beobachte, was sich verändert. Für wichtige Entscheidungen sieht Human Design einen vollständigen Mondzyklus vor; der nächste Neumond ist deshalb keine Frist, bis zu der du Klarheit haben musst.
Mein Samhain
Bei mir ist Samhain ein leiser Abend. Kein großes Fest und kein aufwendiger Ahnenaltar ... sondern Zeit, die nur mir gehört.
Ich ziehe mich zurück und lasse mir ein schönes Bad ein. Danach creme ich mich in aller Ruhe ein und ziehe etwas an, in dem ich mich wohlfühle. Das klingt vielleicht schlicht. Aber genau darum geht es mir an diesem Abend: ganz bei mir anzukommen, mit allem, was dieses Jahr war.
Auf meinem Altar zünde ich eine Kerze an und gehe für einen Moment in die Meditation zu meinen Ahnen. Nicht lange und nicht kompliziert ... ein stilles Innehalten mit denen, die vor mir waren.
Dann nehme ich mein Journal. Meine Fragen an diesem Abend schauen nach vorn.
- Was darf ich in diesem Jahr zurücklassen, damit Platz für Neues entsteht?
- Welches Muster aus meiner Familie trage ich weiter, und welches darf bei mir enden?
- Wofür möchte ich im neuen Zyklus meine Kraft einsetzen?
- Wie möchte ich mich zeigen, wenn das Licht zurückkommt?
Die Legung „Die Schwelle“
Zum Schluss lege ich die Karten. Den Tod suche ich mir bewusst heraus und lege ihn offen in die Mitte. Er ist die Schwelle, an der ich an diesem Abend stehe. Links lege ich, was gehen darf, rechts, was mich weiterträgt, und unten, was jetzt im Dunkeln keimen will. Die Karte für oben ziehe ich nicht. Ich breite die Karten verdeckt aus und lasse mein Pendel wählen, welche Botschaft meine Ahnen mir mitgeben.
- XIII
In der Mitte: Der Tod
Offen gelegt, nicht gezogen. Die Schwelle, an der du stehst.
- 1
Was geht
Was darf ich mit diesem Jahr loslassen?
- 2
Was bleibt
Was trägt mich weiter?
- 3
Das Geschenk meiner Ahnen
Welche Kraft habe ich mitbekommen?
Vom Pendel gewählt
- 4
Was neu beginnen will
Was keimt jetzt im Dunkeln?
Dann lass deine Hand langsam über die verdeckten Karten gleiten und spür hin, bei welcher sie bleiben möchte.
Lege die Karte XIII – Der Tod bewusst als Symbol für den Übergang in die Mitte. Mische die übrigen Karten und ziehe eine dazu. Deine Frage kann lauten: Was unterstützt mich in dem Wandel, den ich gerade erlebe? Betrachte die Karte in Ruhe und notiere, was dich anspricht. Ein Gedanke genügt.
Du möchtest wissen, wie ich mit den Karten arbeite, oder hast noch kein eigenes Deck? Auf der Seite So arbeite ich mit Tarot erzähle ich davon, und du kannst dort drei Karten ziehen.
So begehe ich Samhain jedes Jahr. Vielleicht sieht dein Abend ganz anders aus ...
und das darf so sein. Nimm dir davon, was sich für dich stimmig anfühlt.
Weiter durch die dunkle Zeit
Nach Samhain werden die Tage bei uns weiter kürzer, bis zur Wintersonnwende am 21. Dezember 2026. Danach nimmt die Tageslänge langsam wieder zu.
Zum Jahresende laden die Rauhnächte dazu ein, den Rückblick fortzusetzen und dem kommenden Jahr Raum zu geben. Vielleicht begleitet dich eine Frage aus deinem Samhain-Ritual bis dahin.
Wenn du deine aktuelle Lebensphase mit Astrologie und Human Design genauer betrachten möchtest, verbinde ich beide Perspektiven in einem persönlichen Reading für dich.


